Archiv für die Kategorie „Organisatorisches“
REIES RADIO – SIGNALE VON UNTEN
Eine Film- und Diskussionsreihe
25. bis 27. Mai 2010
Ausführlichere Informationen: www.radioblau.de/geburtstag
15 Jahre Radio Blau – 15 Jahre Freies Radio in Leipzig.
Wie sind die Freien Radios in Deutschland entstanden? Welche Bedeutung haben Community Radios in Südamerika und Afrika? Und wie sieht die Zukunft des Freien Radios in Zeiten veränderter Mediennutzung aus? Die Veranstaltungsreihe beleuchtet anhand ausgewählter Filme und Experten zum Thema Aspekte rund um den freien Rundfunk.
Der Eintritt zu den Veranstaltungen der Film- und Diskussionsreihe ist frei.
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Dienstag 25. Mai
19:30 Uhr
GfZK (Karl-Tauchnitz-Straße 9-11, Leipzig)
BACK TO THE FUTURE
Freie Radios zwischen Legitimationsdruck und gesellschaftskritischem Anspruch
Referenten:
Jörg Braune (Radio T, Chemnitz)
Dr. Jan Pinseler (FH Magdeburg-Stendal, angefragt)
André Neumann (Radio F.R.E.I., Erfurt)
Film:
WIR BITTEN NICHT LÄNGER UM ERLAUBNIS
Geschichten um das freie Radio Dreyeckland
BRD 1985, 57 Minuten
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Mittwoch 26. Mai
19 Uhr
Cinémathèque in der naTo (Karl-Liebknecht-Straße 46, Leipzig)
WORLD WIDE RADIO
Freie Radios als zivilgesellschaftliche Medien in Afrika und Südamerika
Referenten:
Dr. Tilo Grätz (Inst. for Cultural Anthropology, Hamburg)
Dominik Lehnert (Xchange Perspectives e.V., München)
Viviana Uriona (Institut für Künste und Medien, Lehrstuhl für Medienwissenschaften, Potsdam)
Film:
DISTORSIÓN ARMÓNICA
Argentinien 2009, OmeU
Dokumentarfilm über die Erfahrungen und Arbeitsweisen von zwölf Radiosendern in Südamerika
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Donnerstag 27. Mai
19:30 Uhr
GfZK (Karl-Tauchnitz-Straße 9-11, Leipzig)
DAS RADIO DER ZUKUNFT – DIE ZUKUNFT DES RADIOS?
Referenten:
Ruben Jonas Schnell (ByteFM, Hamburg)
Johannes Wilms (mikro.fm, Berlin)
Film:
LAVORARE CON LENTEZZA
Italien/Frankreich 2004, 111 Minuten, OmeU
Politisches Drama um die Studentenunruhen 1977 in Bologna, in deren Zentrum Radio Alice stand, einer der ersten freien Radiosender Europas
Ich habe mit Neugier und Interesse die Veranstaltungen der Zukunftswerkstatt Bürgermedien in Halle/Saale verfolgt.
Ich komme aus Berlin, wo es bekanntermaßen noch kein Freies Radio im klassischen Sinne gab und gibt, und aktuell eine kleine Hoffnung auf eine Teilfrequenz für einen nicht kommerziellen Lokalfunk besteht. Allerdings gibt es auch unter den 8 oder 9 Antragsteller/innen eine sehr unterschiedliche Auffassung darüber, an welchen Organisationsmodellen sie sich orientieren wollen.
Meine Motivation zu der Veranstaltung zu kommen war u.a. eine intensivere Auseinandersetzung mit den Perspektiven schon bestehender “Bürgermedien”.
Nochmals vielen Dank an die Organisator/innen für den umfassenden Input und die guten Austauschmöglichkeiten. Ich hoffe, dass es unsere Diskussionen hier vor Ort konkretisieren wird.
Ich möchte hier einige persönliche Gedanken mitteilen, die wir noch nicht breiter diskutiert haben, die mich aber seit dem Wochenende beschäftigen.
Die schon etablierten freien Radios haben sich zu Institutionen entwickelt, deren Struktur natürlich stark von der Finanzierung von außen abhängig ist, und nun offensichtlich über diesen Hebel unter Druck gesetzt wird u.a. gesellschaftliche Funktionen zu übernehmen, die sie zum einen Teil tatsächlich schon erfüllen, die aber zum anderen Teil nie ihrer eigenen Zielsetzung entsprochen haben.
Wir hier in Berlin stecken noch immer in einer Phase des Experimentierens, die bei allen anstrengenden Rückschlägen und Nervereien auch einen großen Reiz hat. Das Ausprobieren unterschiedlichster Organisationsformen, Sendeformate, das Mischen von Inhalten und die Auseinandersetzungen der radioaktiven Akteur/innen bietet viel Potential, ist sehr kreativ. Ich denke, daß sich sehr viele Akteur/innen aus diesem Spektrum eine bessere Plattform wünschen, von der aus sie sich professionalisieren können. Allerdings ist damit keine Professionalisierung im klassischen Sinne gemeint, sondern eher eine inhaltliche, technische und strukturelle Weiterentwicklung der emanzipativen Radiokultur.
Wir sollten uns genau überlegen, was es bedeutet unter dem Label Freies Radio in einer Zeit zu beginnen, in der bereits Instrumente zur Ermittlung eines “public value” entwickelt werden, um die Förderung von Bürgermedien später davon abhängig zu machen. Es ist nachvollziehbar, dass Institutionen möglichst genaue Kriterien zur Qualitätskontrolle festschreiben wollen. Für einen grossen Teil der radioaktiven Szene wäre es in dieser Form allerdings ein austrocknen der Kreativität. Man kann sich als Ziel setzen eine gesellschaftliche Relevaz zu entwickeln. Mit einem experimentellen Ansatz sollte man allerdings die Wahl der Kriterien dafür so offen wie möglich lassen, d.h. die Qualitätskriterien sollten sich vor allem an den Fragestellungen und Zielsetzungen der Agierenden orientieren und je nach Ansatz variabel bleiben. Je enger der Rahmen gesteckt ist, desto voraussehbarer wird das Ergebnis. Für mich persöhnlich geht es in dieser Frage um die Gewichtung zwischen Handwerk und kreativer Kultur . Vielen von uns geht es nicht nur um die Perfektionierung des Bestehenden sondern um das Entwickeln neuer Modelle.
Noch ein Nachtrag zum “public value”
(siehe Vortrag Helmut Preissl)
Ich plädiere dafür den größten möglichen Grad an Freiheit anzustreben. Mir graut vor dem was sich in der “public value” Debatte abzeichnet. Während der Veranstaltung wurde mehrmals die Notwendigkeit der Regulation des Äthers festgestellt. Dabei ging es um den Erhalt der Freiräume, die sonst durch die kommerziellen Akteure völlig verdrängt werden. Wenn dann aber die Konsequenz ist, daß die freien, bezw. community Medien zunehmend unter Legitimationsdruck geraten, weil ihnen sonst der Geldhahn abgedreht wird, sind die Realitäten verschoben. Mir kam es vor als würde gerade eine neue Währung erarbeitet. Wer nicht in barer Münze zahlt, zahlt in einem noch zu definierenden gesellschaftlichen Wert. Wenn “public value” überhaupt als ein Kriterium angelegt werden soll, dann möchte ich in Frage stellen, ob man sich mit Geld davon frei kaufen kann.
Die Zukunftswerkstatt ist gestern zu Ende gegangen. Danke an die über 50 Teilnehmenden für das Kommen, die Inputs der ReferentInnen und die ausführlichen Diskussionen! Wir waren sehr begeistert von diesem Treffen, den Reaktionen und Ergebnissen. Auf der Webseite http://www.zukunftswerkstatt-buergermedien.de werden wir bis zur nächsten Woche die Audio-, Foto- und Textdokumente veröffentlichen. Alle Teilnehmenden sind ebenso aufgerufen Inputs, Gedanken und Kommentare dort zu veröffentlichen. Denn die Seite soll weiter genutzt werden, um Visionen, Statements und Veröffentlichungen zum Thema zu sammeln, um über Gegenwart und Zukunft von Bürger- und Alternativmedien weiter zu diskutieren. Alle Interessierten, die diesmal nicht dabei sein konnten, sind ebenfalls eingeladen sich zu beteiligen. Wir hoffen auf Eure Mitarbeit und auf eine baldige neue Zukunftswerkstatt…
Am morgigen Freitag, den 12. März 2010 endet die Anmeldefrist. Bisher haben wir schon über 30 Anmeldungen erhalten, was uns sehr freut! Die meisten Namen sind auch auf der Teilnehmenden-Seite einsehbar.
Inzwischen wurde der Ablaufplan veröffentlicht. Während der Zukunftswerkstatt wird die neu erschienene Studie “Bürgermedien im Wandel” der Universität Erfurt erstmals vorgestellt. Mehrere Freiexemplare werden Interessierten auch zur Verfügung gestellt werden können.
Impulsreferate von Medienwissenschaftlern wie Jeffrey Wimmer von der Universität Illmenau zu Qualitätskriterien für Bürgermedien oder Jan Pinseler von der Uni Lüneburg zur aktuellen Situation Freier Radios legen die Grundlage für Diskussionen, die später in Arbeitsgruppen fortgesetzt werden können. Hier wird es auch Vorträge zur Situation in den Bundesländern geben. Thematisiert werden soll aber auch die Situation in anderen europäischen Ländern, wie z. B. in Großbritannien, wo die Lizenzierung lokaler Radios vor einigen Jahren radikal liberalisiert wurde. Eingeladen wurde dazu auch Salvatore Scifo vom Community Media Forum Europe (CMFE). Aus Österreich hat Helmut Peissl vom dortigen Verband Freier Radios zugesagt, der über Public Value, also die Wandlung des öffentlichen Medienauftrags sprechen wird. Ingo Leindecker von Radio FRO aus Linz wird auf die medienübergreifende Zukunft nichtkommerzieller Medien eingehen. Weitere Inputs sind bereits im Ablaufplan zu finden:
- Sven Thiermann: Community Radios in UK
- Syl Glawion (Radio Z): Medienvielfalt ernst gemeint? Strukturförderung für Community-Medien in Bayern
- Friederike Maier (Radio Flora): DRM+ zur Digitalisierung von Lokalradios / Erfahrungen mit Radio Flora als Webradio
Zur Vorbereitung der Zukunftswerkstatt sind hier im Blog bereits mehrere Artikel in der Rubrik “Input” erschienen, die auch in den nächsten Tagen fortgesetzt werden. In der nächsten Woche folgen auch die Vorankündigungen und kurzen Abstrakts zu den einzelnen Vorträgen. Alle Teilnehmenden sind weiterhin aufgerufen hier im Blog eigene Inhalte, Anregungen zur Diskussionen, dazu passende Links, Texte etc. & natürlich Kommentare zu hinterlassen.
Wir gehen davon aus, daß Übernachtungen privat organisiert werden, solange uns keine Übernachtungsanfrage mitgeschickt wurde. Alle anderen, bzw. die ReferentInnen erhalten spätestens Anfang nächster Woche Informationen zu den Schlafplätzen. Zudem gibt es aktuell noch ein Angebot einer Mitfahrgelegenheit für max. 4 Personen aus Dresden.
Bei Rückfragen erreicht ihr das Orga-Team unter zukunftswerkstatt@radiocorax.de
Schöne Grüße & schonmal gute Anreise!
Sie können uns unterstützen und die Banner & Grafiken der Zukunftswerksatt in Ihrem Blog einbinden und anschließend auf www.zukunftswerkstatt-buergermedien.de verlinken!
Danke!
In Vorbereitung der Zukunftswerkstatt werden hier im begleitenden Blog nicht nur das Programm und die ReferentInnen vorgestellt. Sie als Teilnehmende können und sollen auch eigene Ideen, Meinungen, Texte, Hinweise und Links z. B. zu Artikeln und Büchern etc. selbst veröffentlichen oder kommentieren. Folgen und nutzen Sie bitte auch den begleitendenn Accounts bei Facebook- und Twitter! Für sämtliche Veröffentlichungen bitte den offiziellen Hashtag #zwbm verwenden!
Für Schreibrechte in diesem Blog melden Sie sich bitte unter: zukunftswerkstatt@radiocorax.de Oder senden Sie ihr Material an diese Adresse.
Danke!























